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Aktuelle Riesforschung auf der Meteoritical Society Konferenz

Für alle die neugierig sind zu erfahren, an was wir aktuell forschen, gibt es jetzt einen kleinen Einblick zu sehen. Im Museum hängt unter „Aktuelles“ ein Poster, das wir auf der diesjährigen Konferenz der Meteoritical Society präsentiert haben. Es geht dabei um spezielle mikroskopisch kleine Strukturen in dem Mineral Calcit. Dieses Mineral ist der Grundbaustein von Kalksteinen, die die Schwäbische Alb bedecken und die auch von dem Asteroiden getroffen wurden, der vor 15 Millionen Jahren mit seinem Einschlag den Rieskrater bildete.

Der untersuchte Calcit zeigt sogenannte Zwillinge (engl. Calcite twinning), die durch die Stoßwelle entstanden sind, die die Gesteine im Untergrund beim Einschlag durchdrang. Die Zwillinge im Calcit sind in den Ausläufern der Stoßwelle entstanden, wo die Energie der Stoßwelle schon gedämpft war. Andere bisher untersuchte Minerale, wie z.B. Quarz, zeigen in diesem Bereich keine Veränderungen mehr durch die Stoßwelle, sodass sich heute nicht erkennen lässt, ob sie von der Stoßwelle betroffen waren oder nicht. Anhand unserer Untersuchungen ist das nun auch in diesem Bereich möglich. Calcit ist ein auf der Erde weit verbreitetes Mineral das aber auch in Meteoriten, Asteroiden und auf dem Mars gefunden wurde. Damit könnte die Untersuchung dieses Minerals in Zukunft also auch andernorts spannende Erkenntnisse ergeben.